Führerschein-Ratgeber Österreich
Abnahme, Alkohol, Suchtgift und VPU – was jetzt gilt und wie es weitergeht.
🚔 Führerschein-Abnahme: Was passiert jetzt?
Bei schweren Delikten (hohe Alkoholisierung, Suchtgift, extreme Raserei) kann die Polizei den Führerschein vorläufig an Ort und Stelle abnehmen. Danach entscheidet die Führerscheinbehörde (Bezirkshauptmannschaft bzw. Landespolizeidirektion) per Bescheid über die Entziehung der Lenkberechtigung und deren Dauer.
- Gegen den Entziehungsbescheid kann binnen 4 Wochen Beschwerde erhoben werden.
- Die Entzugsdauer läuft ab der Abnahme – nicht erst ab dem Bescheid.
- Häufige Auflagen für die Wiedererteilung: Nachschulung, VPU (siehe unten) und amtsärztliches Gutachten.
- Wer während des Entzugs fährt, riskiert eine deutliche Verlängerung und hohe Strafen.
🍺 Alkohol am Steuer: Grenzwerte & Folgen
In Österreich gilt die 0,5-Promille-Grenze (0,1 ‰ für Probeführerschein-Besitzer sowie Lkw- und Buslenker). Die üblichen Folgen nach Promillebereich (Richtwerte für Ersttäter, Stand Juli 2026, ohne Gewähr):
| Promille | Geldstrafe (ca.) | Entzug & Auflagen |
|---|---|---|
| 0,5 – 0,79 ‰ | 300 – 3.700 € | kein Entzug beim ersten Mal (bei Wiederholung schon) |
| 0,8 – 1,19 ‰ | 800 – 3.700 € | mind. 1 Monat Entzug |
| 1,2 – 1,59 ‰ | 1.200 – 4.400 € | mind. 4 Monate Entzug + Nachschulung |
| ab 1,6 ‰ / Verweigerung | 1.600 – 5.900 € | mind. 6 Monate Entzug + Nachschulung + VPU + Amtsarzt |
Beim Probeführerschein führt bereits ein Alkohol-Delikt zur Verlängerung der Probezeit und einer verpflichtenden Nachschulung. Die Verweigerung des Alkotests wird wie der höchste Promillebereich behandelt.
💊 Suchtgift am Steuer
Fahren unter Suchtgift-Einfluss wird ähnlich streng behandelt wie schwere Alkohol-Delikte: Geldstrafen ab 800 € bis 5.900 €, Führerscheinentzug und verpflichtende Begutachtung. Anders als beim Alkohol gibt es keinen Grenzwert – entscheidend ist die festgestellte Beeinträchtigung (klinische Untersuchung durch den Amtsarzt, Bestätigung per Blutprobe).
- Vor der Wiedererteilung steht praktisch immer das amtsärztliche Gutachten zur gesundheitlichen Eignung.
- Üblich sind zusätzlich VPU, Nachschulung und laufende Harn-/Laborkontrollen als Auflage.
- Auch verschreibungspflichtige Medikamente können die Fahrtauglichkeit rechtlich relevant beeinträchtigen – im Zweifel ärztlich abklären.
In eigener Sache
Derzeit läuft ein Volksbegehren zum THC-Grenzwert
Genau der oben beschriebene Punkt – dass es beim Suchtgift keinen Grenzwert gibt, während beim Alkohol 0,5 ‰ gelten – ist Gegenstand eines laufenden österreichischen Volksbegehrens. Gefordert wird eine gesetzliche THC-Toleranzgrenze, damit der Führerscheinentzug an eine tatsächliche Beeinträchtigung geknüpft wird und nicht an den bloßen Nachweis von Abbauprodukten.
Wir verlinken das als Information, nicht als Rechtsauskunft: Bis zu einer Gesetzesänderung gilt weiterhin die Nulltoleranz – am Verhalten im Straßenverkehr ändert das Volksbegehren vorerst nichts.
🧠 VPU – die verkehrspsychologische Untersuchung
Die VPU wird von der Behörde angeordnet (z. B. ab 1,6 ‰, bei Suchtgift-Delikten oder Wiederholungstätern) und darf nur von ermächtigten verkehrspsychologischen Stellen durchgeführt werden. Sie besteht aus:
- Leistungstests am Computer (Reaktion, Konzentration, Überblicksgewinnung),
- Persönlichkeitsfragebögen (u. a. Risikobereitschaft, Umgang mit Alkohol) und
- einem ausführlichen Explorationsgespräch mit dem Verkehrspsychologen.
Die Kosten trägst du selbst – rechne mit mehreren hundert Euro (je nach Stelle und Umfang). Ehrliche Vorbereitung zahlt sich aus: Wer sein Trinkverhalten glaubwürdig reflektiert (z. B. belegbare Alkohol-Karenz, Laborwerte), hat deutlich bessere Chancen. Bei negativem Ergebnis ist eine Wiederholung möglich, kostet aber erneut Zeit und Geld.
💡 VPU-Vorbereitung im Preisvergleich
Wer sich auf die VPU vorbereiten will, hat mehrere Möglichkeiten – die Preise unterscheiden sich aber deutlich:
Der wichtigste Unterschied steckt aber nicht im Preis: Die klassischen Programme sind reine Software zum Selbstlernen. Auf vpu-vorbereitung.com übst du die Computertests direkt im Browser (nichts zu installieren, läuft auf jedem Gerät) – und bekommst zusätzlich eine persönliche Simulation des psychologischen Gesprächs per Videocall. Und genau am Gespräch scheitern die meisten, nicht an den Tests.
Zur gezielten VPU-Vorbereitung ↗ℹ️ Transparenz: vpu-vorbereitung.com ist unser eigenes Angebot. Die übrigen Preise stammen von den jeweiligen Anbieter-Websites (Stand Juli 2026) und sind ohne Gewähr – bitte vor einer Buchung selbst prüfen. Eine Vorbereitung ersetzt nicht die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Fahrverhalten – Ehrlichkeit bleibt in der VPU entscheidend.
💬 Erfahrungen austauschen
Fragen zu Entzug, VPU oder Wiedererteilung? In der Forum-Kategorie Führerschein & Verkehrsrecht helfen sich Betroffene gegenseitig.
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Häufige Fragen
- Wie lange ist der Führerschein bei 1,6 Promille weg?
- Mindestens 6 Monate. Dazu kommen verpflichtend eine Nachschulung, die verkehrspsychologische Untersuchung (VPU) und ein amtsärztliches Gutachten – ohne diese Auflagen gibt es den Führerschein auch nach Ablauf der Frist nicht zurück.
- Was kostet die VPU?
- Je nach ermächtigter Stelle und Umfang in der Regel mehrere hundert Euro, die du selbst zahlst. Bei negativem Ergebnis ist eine Wiederholung möglich – erneut kostenpflichtig.
- Darf ich während des Entzugs ein Moped oder E-Bike fahren?
- E-Bikes bis 25 km/h/250 W gelten als Fahrräder und sind erlaubt (Achtung: auch am Fahrrad gilt die 0,8-Promille-Grenze). Für Moped und Mikro-Autos ist die Lenkberechtigung in der Regel mit-entzogen – den Bescheid genau lesen.
- Brauche ich einen Anwalt?
- Bei kurzen Ersttäter-Entzügen oft nicht zwingend. Bei hohen Promillewerten, Suchtgift-Vorwürfen, Unfällen mit Personenschaden oder drohendem Jobverlust (Berufskraftfahrer) ist rechtliche Vertretung dringend zu empfehlen – ein Verkehrsrechtsschutz deckt die Kosten.
Unverbindliche Information (Stand Juli 2026), keine Rechtsberatung, alle Angaben ohne Gewähr. Verbindliche Auskünfte geben die Führerscheinbehörde bzw. oesterreich.gv.at.