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Ratgeber · Österreich · Stand Oktober 2026

Heizölpreis und Ölheizung 2026: weiterheizen, tauschen oder umsteigen?

Heizöl kostet so viel wie seit 2022 nicht mehr. Was die Ölheizung rechtlich noch darf, wie Sie günstiger bestellen, was die Entsorgung des Tanks kostet – und ab wann sich Pellets oder Wärmepumpe rechnen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Heizöl kostet am 7. Oktober 2026 rund 180 € je 100 Liter – etwa 70 % mehr als vor einem Jahr.
  • Bestehende Ölheizungen sind nicht verboten und müssen nicht stillgelegt werden; verboten sind sie nur im Neubau.
  • Kesseltausch Öl gegen Öl bleibt zulässig, aber Wien, Salzburg und seit 2026 Niederösterreich verlangen Zusatzprüfungen.
  • Pellets kosten derzeit knapp halb so viel je kWh wie Heizöl.
  • Bundesförderung seit 10. Juli 2026 gestoppt, neue Runde 2027; Länder und Gemeinden fördern weiter.

Heizölpreis aktuell: Oktober 2026

Am 7. Oktober 2026 kosteten 100 Liter Heizöl im österreichischen Schnitt rund 180 Euro (3.000 Liter inklusive Lieferung und Mehrwertsteuer), gut vier Euro weniger als vor einer Woche. Der Höchststand der letzten drei Jahre lag am 16. September 2026 bei 191,95 Euro, der Tiefstand im Mai 2025 bei 102,90 Euro. Treiber ist der Krieg im Iran seit März 2026, der Rohöl auf rund 100 Dollar je Barrel gehoben hat. Pro kWh Wärme sind das rund 18 Cent – Gas liegt bei 12 bis 17, Pellets bei knapp 9 Cent.

Tagespreise für Ihre Postleitzahl zeigen etwa heizoel24.at oder fastenergy.at (keine Partnerlinks).

Rechner: Öl weiterheizen oder umsteigen?

Ihren Jahresverbrauch an Heizöl eintragen – der Rechner zeigt, was dieselbe Wärme mit Pellets und mit einer Wärmepumpe kostet und nach wie vielen Jahren sich die neue Heizung bezahlt gemacht hat.

Ölheizung weiter / Jahr

€ 4.800

21 250 kWh Wärme im Haus

Pelletsheizung / Jahr

€ 2.365

4,8 t Pellets · spart € 2.435

Amortisation nach rund 10,3 Jahren

Wärmepumpe / Jahr

€ 2.254

spart € 2.546

Amortisation nach rund 9,8 Jahren

Annahmen: 1 Liter Heizöl = 10 kWh, alter Ölkessel 85 % Wirkungsgrad, Pellets 4,9 kWh/kg bei 90 % Wirkungsgrad; Nebenkosten für Service, Rauchfangkehrer und Hilfsstrom 300 € (Öl, Pellets) bzw. 200 € (Wärmepumpe) im Jahr. Amortisation ohne Zinsen und Preissteigerung, gerechnet gegen das Weiterheizen mit dem bestehenden Ölkessel. Ein Angebot vom Installateur ersetzt der Rechner nicht.

Heizöl günstiger bestellen: fünf Regeln

  1. 01Tagespreis vergleichen. Heizöl wird mehrmals täglich neu bepreist, abhängig von Rohöl, Gasöl-Börse und Dollarkurs. Vergleichsportale zeigen Angebote für Ihre Postleitzahl und Menge; Preise gelten meist für 3.000 Liter inklusive Lieferung und Mehrwertsteuer.
  2. 02Menge bündeln. Je mehr Liter pro Lieferung, desto niedriger der Literpreis. Eine Sammelbestellung mit Nachbarn spart Anfahrtskosten – jeder zahlt nur seine Menge.
  3. 03Nicht leer fahren. Bestellen, solange noch ein Viertel im Tank ist: Wer im Jänner mit leerem Tank bestellen muss, nimmt jeden Preis. Am Tankboden lagert Schlamm, der beim Leerlaufen in Filter und Brenner gerät.
  4. 04Teilmengen statt Alles-oder-nichts. Niemand kennt den Preis von morgen. Wer unsicher ist, füllt nur die Hälfte und kauft den Rest später – das glättet Preisspitzen wie die vom September 2026.
  5. 05Lieferung prüfen. Lieferschein mit Zählerstand des Tankwagens vergleichen, Füllstand vorher und nachher ablesen. Bei alten Tanks: Grenzwertgeber muss funktionieren, sonst darf nicht befüllt werden.

Rechtslage: was die Ölheizung noch darf

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz BGBl. I 8/2024 verbietet fossile Heizungen seit 29. Februar 2024 nur in neuen Gebäuden. Für den Bestand gibt es bundesweit weder Verbot noch Ablaufdatum – das Ziel, bis 2040 ohne Öl und Gas zu heizen, ist politisch, nicht rechtlich verbindlich. Was beim Tausch des Kessels gilt, regeln die Länder:

BundeslandÖlkessel tauschen
WienKesseltausch möglich, aber mit Alternativenprüfung nach der Bauordnung § 118 BO; bei Sanierung von mehr als 25 % der Gebäudehülle keine neue fossile Heizung.
NiederösterreichSeit 5. Jänner 2026 muss beim Ölkesseltausch eine von vier Maßnahmen nachgewiesen werden: Alternativenprüfung, Prüfung eines Fernwärmeanschlusses, Solaranlage oder erneuerbarer Strombezug. Seit 29. Mai 2026 zusätzlich regelmäßige Überprüfung, hydraulischer Abgleich beim Tausch und Eintrag in die Anlagendatenbank.
SalzburgBaubewilligung und Alternativenprüfung seit 1. August 2021.
Oberösterreich, Steiermark, KärntenTausch erlaubt; je nach Kesselleistung Prüf-, Melde- oder Anzeigepflicht, über 50 kW teils Baubewilligung.
Tirol, BurgenlandTausch erlaubt; im Burgenland Mitteilung an den Rauchfangkehrer binnen vier Wochen.
VorarlbergKesseltausch ist ein freies Vorhaben ohne Bewilligung oder Anzeige.

Übersicht nach Angaben der Heizölbranche, Stand Oktober 2026. Die Bauordnungen ändern sich laufend – vor dem Auftrag bei der Baubehörde Ihrer Gemeinde nachfragen.

Öltank entsorgen: Kosten und Ablauf

LeistungRichtwert
Tank reinigen, zerlegen, entsorgen385–1.000 €
Restöl absaugen oder umlagern150–500 €
Ölkessel demontieren, Rauchfang anpassen300–800 €
Gesamte Altanlage500–2.500 €

Nur Fachbetriebe dürfen Öltanks reinigen und entsorgen; lassen Sie sich die Entsorgung schriftlich bestätigen. Erdtanks kosten mehr und werden teils verfüllt statt ausgegraben. Ein Tank, der nicht ausgebaut werden kann, muss entleert, gereinigt und verplombt werden. Den Tank vor dem Umstieg möglichst leer heizen – jeder Liter Restöl kostet beim Absaugen extra. Der frei gewordene Raum eignet sich oft direkt als Pelletslager.

Solange die Ölheizung läuft

Den Tankinhalt im Blick behalten, damit Sie nicht in der Preisspitze nachkaufen müssen, und den Heizraum mit einem CO-Melder absichern: Ein schlecht eingestellter Brenner kann Kohlenmonoxid freisetzen, das man weder riecht noch sieht.

Häufige Fragen zu Heizöl und Ölheizung

Ist die Ölheizung in Österreich verboten?
Nein – nur im Neubau. Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz verbietet seit 29. Februar 2024 fossile Heizungen in neu errichteten Gebäuden. Für bestehende Ölheizungen gibt es bundesrechtlich kein Verbot, keine Pflicht zur Stilllegung und kein Ablaufdatum; reparieren dürfen Sie jederzeit. Das früher diskutierte Aus für Ölkessel über 25 Jahre und die Stilllegung bis 2035 stammten aus dem Entwurf von 2022 und wurden nicht beschlossen. Das ältere Ölkesseleinbauverbotsgesetz ist mit Inkrafttreten des EWG außer Kraft getreten.
Darf ich meinen alten Ölkessel gegen einen neuen tauschen?
Bundesrechtlich ja. Die Bundesländer regeln es über ihre Bauordnungen unterschiedlich: Wien und Salzburg verlangen eine Alternativenprüfung, Niederösterreich seit Jänner 2026 eine von vier Zusatzmaßnahmen, in Vorarlberg ist der Tausch ein freies Vorhaben. Gefördert wird ein neuer Ölkessel nirgends. Vor dem Auftrag beim Installateur und der Baubehörde der Gemeinde nachfragen, welches Verfahren gilt.
Wie viel kostet Heizöl gerade?
Am 7. Oktober 2026 rund 180 Euro je 100 Liter bei 3.000 Litern Abnahme, inklusive Lieferung und Mehrwertsteuer. Das ist etwas weniger als zum Höchststand am 16. September (191,95 Euro), aber rund 70 Prozent mehr als vor einem Jahr; der Tiefstwert der letzten drei Jahre lag im Mai 2025 bei 102,90 Euro. Auslöser war der Krieg im Iran ab März 2026. Den Tagespreis für Ihre Postleitzahl zeigen Vergleichsportale.
Wann ist Heizöl am günstigsten?
Früher galt: im Frühjahr und Sommer, wenn wenig bestellt wird. 2026 haben Krieg und Rohölpreis diesen Saisoneffekt überlagert. Verlässlicher als das Timing ist, nicht unter Druck zu kaufen: rechtzeitig vor der Heizsaison, in Teilmengen, mit Nachbarn gebündelt. Preisprognosen im Internet sind Spekulation.
Wie viel Heizöl verbraucht ein Einfamilienhaus?
Ein Liter Heizöl enthält rund 10 kWh. Ein ungedämmtes Einfamilienhaus mit 150 m² braucht oft 2.500 bis 3.500 Liter im Jahr, ein saniertes 1.500 bis 2.000. Als Faustregel für den Umstieg: Jahresölverbrauch in Litern geteilt durch 250 ergibt ungefähr die Heizlast in kW – die Größe, nach der eine Pelletsheizung oder Wärmepumpe ausgelegt wird.
Was kostet es, den Öltank zu entsorgen?
Für Reinigung, Demontage und Entsorgung des Tanks rund 385 bis 1.000 Euro, für das Absaugen von Restöl 150 bis 500 Euro, für Kesseldemontage und Rauchfang 300 bis 800 Euro; insgesamt meist 500 bis 2.500 Euro. Erdtanks sind teurer. Bei einem geförderten Umstieg zählen Demontage und Entsorgung zu den förderfähigen Kosten. Kann ein Tank nicht ausgebaut werden, muss er entleert, gereinigt und verplombt werden. Restöl kann oft der neue Besitzer eines anderen Tanks abnehmen oder der Entsorger gutschreiben.
Gibt es noch Förderung für den Umstieg von Öl?
Vom Bund derzeit nicht: Die Sanierungsoffensive 2026 (bis 8.500 Euro für Holzheizung, 7.500 Euro für Wärmepumpe, 6.500 Euro für Fernwärme) und „Sauber Heizen für Alle“ nehmen seit 10. Juli 2026 keine Registrierungen mehr an. Wer vorher registriert hat, hat neun Monate für Einbau und Endabrechnung. Für 2027 sind wieder 360 Millionen Euro budgetiert, davon 179 Millionen für den Heizungstausch; laut Fachpresse soll der Fördersatz von 30 auf 20 Prozent sinken. Länder und Gemeinden fördern unabhängig davon weiter.
Ölheizung, Pellets oder Wärmepumpe – was rechnet sich?
Bei den Preisen vom Oktober 2026 kostet Wärme aus Heizöl rund 18 Cent je kWh, aus Pellets knapp 9 Cent, aus einer Wärmepumpe im Altbau etwa 10 Cent. Bei 2.500 Litern Jahresverbrauch spart der Umstieg damit über 2.000 Euro im Jahr; eine Anlage um 25.000 Euro ist damit auch ohne Förderung in rund zehn Jahren hereingespielt – mit Landesförderung schneller. Pellets passen gut, wo ein Heizraum mit Öltank frei wird und Heizkörper hohe Vorlauftemperaturen brauchen; die Wärmepumpe, wo das Haus gedämmt ist oder Fußbodenheizung hat. Probieren Sie Ihre Werte im Rechner oben.
Kann ich die Ölheizung mit erneuerbarem Heizöl weiterbetreiben?
Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz erlaubt Kessel für klimafreundliche, nicht-fossile Flüssigbrennstoffe sogar im Neubau. Die Ölbranche bewirbt solche Brennstoffe als Weg, den bestehenden Kessel zu behalten. Für Haushalte ist das Angebot derzeit dünn und teurer als normales Heizöl; ob Ihr Kessel dafür freigegeben ist, sagt der Hersteller.

Heizung kalt?

Störung, Vermieterpflicht, Mietzinsminderung: Heizungsausfall im Winter.

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