Wärmepumpe: Förderung 2026/2027, Kosten und ob sie sich rechnet
Der Bund hat den Fördertopf im Juli geschlossen, die Länder zahlen weiter – und 2027 geht es neu los. Was Sie jetzt tun sollten, was Ihr Bundesland gibt, und der Rechner, der Gas gegen Wärmepumpe stellt.
Das Wichtigste in Kürze
- Bund: „Kesseltausch 2026“ (Nachfolger von „Raus aus Öl und Gas“) ist seit 10. Juli 2026 für neue Registrierungen geschlossen – zuletzt 30 %, max. 7.500 €. 2027: 360 Mio. € neu, Details im Herbst, Satz möglicherweise 20 %.
- Länder zahlen weiter: Wien 35 % bis 8.000 €, Tirol 25 % bis ~8.300 €, Salzburg und Kärnten 3.000 €, Burgenland 2.000–2.500 €, Vorarlberg 2.000 €, OÖ bis 1.700 €. NÖ und Steiermark: derzeit nichts.
- Reihenfolge ist alles: erst registrieren, dann beauftragen – sonst verfällt die Förderung.
- Kosten: Luft-Wasser 18.000–32.000 €, Erdwärme 28.000–50.000 €. Stromverbrauch im Einfamilienhaus 4.500–5.500 kWh – mit Wärmepumpentarif 600–950 € im Jahr statt 1.500–2.500 € für Gas oder Öl.
- Öko-Sonderausgabenpauschale: 5 × 400 € von der Steuer, aber nur mit Bundesförderung.
- Kein Tauschzwang für bestehende Gasheizungen – der Druck kommt vom Preis und ab 2027 vom CO₂-Preis.
Bundesförderung: gestoppt, Neustart 2027
„Raus aus Öl und Gas“ hieß das Programm bis 2025; seit Herbst 2025 läuft es als „Kesseltausch“ innerhalb der Sanierungsoffensive, abgewickelt von der Kommunalkredit Public Consulting (KPC). Gefördert wurden 30 Prozent der Kosten, höchstens 7.500 Euro für eine Wärmepumpe, 8.500 für eine Holzheizung, 6.500 für den Fernwärmeanschluss, für Leistungen ab 3. Oktober 2025. Das Budget von 360 Millionen Euro im Jahr war schnell weg: Der Sanierungsbonus für Dämmung und Fenster schloss am 2. Februar 2026, der Kesseltausch und „Sauber Heizen für Alle“ am 10. Juli. Laufende Registrierungen werden abgearbeitet; neue gibt es nicht.
Für 2027 hat die Regierung wieder 360 Millionen Euro zugesagt, erstmals geteilt in 181 Millionen für thermische Sanierung und 179 Millionen für den Kesseltausch – also rund 20 Prozent weniger für Heizungen als bisher. Die Richtlinie soll im Herbst 2026 kommen; aus dem Ministerium ist zu hören, dass der Satz von 30 auf 20 Prozent sinken könnte. Verbindlich ist das noch nicht. Offizielle Stelle: umweltfoerderung.at.
Was die Bundesländer zahlen
| Land | Wärmepumpe | Bedingungen | Antrag |
|---|---|---|---|
| Wien | 35 % der Kosten, max. 8.000 € | Vorlauftemperatur bis 40 °C (sonst Effizienznachweis); auch für Mieter | wien.gv.at |
| Tirol | 25 % Einmalzuschuss (35 % als Annuitätenzuschuss), max. rund 8.300 € plus Boni | Antrag vor Baubeginn über das Wohnbauförderungsportal | tirol.gv.at |
| Salzburg | bis 3.000 €, max. 40 % der Kosten | Registrierung reserviert Mittel neun Monate | salzburg.gv.at |
| Kärnten | 3.000 € Pauschale | als Anschlussförderung zur Bundesförderung konzipiert – derzeit ohne Bund | ktn.gv.at |
| Burgenland | 30 %, 2.000 € Basis + 500 € Sozialzuschlag | Sozialzuschlag bis 43.000 € Netto-Haushaltseinkommen | burgenland.at |
| Vorarlberg | bis 2.000 € Luft-Wasser, bis 3.000 € Sole-Wasser | über die Wohnhaussanierung des Landes | vorarlberg.at |
| Oberösterreich | 100 € je kW, max. 1.700 €, höchstens 50 % der Nettokosten | Vorlauf max. 55 °C, Mindest-Effizienz ηs ≥ 125–150 % | land-oberoesterreich.gv.at |
| Niederösterreich | keine Direktförderung | Annuitätenzuschuss 4 % p. a. über 10 Jahre nur bei Bankdarlehen im Rahmen der Eigenheimsanierung | noe.gv.at |
| Steiermark | derzeit keine für den fossilen Heizungstausch | nur Tausch alter Biomasse-/Wärmepumpenanlagen gefördert | verwaltung.steiermark.at |
Stand Oktober 2026 nach den Richtlinien und Herstellerübersichten; die Länder ändern Sätze und Deckel mehrmals im Jahr, Kärnten etwa hat 2026 von 35 Prozent auf eine Pauschale umgestellt. Dazu kommen Gemeindeförderungen (meist 300 bis 1.000 Euro) – nachfragen lohnt. Alle Landesförderungen waren mit der Bundesförderung kombinierbar und werden es 2027 wieder sein.
Rechnet sich der Umstieg? Heizkosten- und Amortisationsrechner
Wohnfläche und Zustand des Hauses ergeben den Wärmebedarf; daraus rechnet der Rechner die heutigen Heizkosten gegen den Strom der Wärmepumpe, zieht Landes- und (angenommene) Bundesförderung ab und zeigt, nach wie vielen Jahren die Investition drinnen ist.
| Wärmebedarf | 16 800 kWh/Jahr |
| Heizkosten heute (Gasheizung älter als 20 Jahre) | € 1.976 |
| Strom der Wärmepumpe (5 091 kWh bei JAZ 3,3) | € 967 |
| Ersparnis pro Jahr | € 1.009 |
| Investition | € 26.000 |
| − Landesförderung | € 8.000 |
| − Bundesförderung | € 0 |
| Eigenanteil | € 18.000 |
Amortisation
bei heutigen Energiepreisen, ohne Wartung und Zins
17,8 Jahre
Richtwerte: Energiepreise Herbst 2026, Kesselwirkungsgrade und Jahresarbeitszahlen nach klimaaktiv-Spannen; im unsanierten Altbau sinkt die JAZ, der Rechner berücksichtigt das. Landesförderungen Stand Oktober 2026 ohne Boni und Einkommensgrenzen – verbindlich sind die Richtlinien der Länder. Keine Beratung.
Was eine Wärmepumpe kostet
| Posten | Kosten | Hinweis |
|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe, 8–12 kW | 18.000–32.000 € | Außengerät, keine Bohrung; JAZ 3,0–3,8 |
| Sole-Wasser (Erdwärme) mit Tiefenbohrung | 28.000–50.000 € | Bohrung 10.000–15.000 € extra, dafür JAZ 4,0–4,5 und leise |
| davon Gerät | 8.000–13.000 € | Luft-Wasser, Markengerät |
| davon Hydraulik, Pufferspeicher, Anschluss | 3.500–6.000 € | |
| davon Demontage und Entsorgung der Altheizung | 1.500–3.000 € | Öltank-Entsorgung teurer |
| davon Einbau, Inbetriebnahme, Einregulierung | 3.000–5.000 € | Hydraulischer Abgleich nicht vergessen – bringt 5–15 % |
| Heizkörper tauschen (falls Vorlauf > 55 °C nötig) | 300–800 € je Heizkörper | Niedertemperatur-Heizkörper oder Fußbodenheizung |
Drei Angebote einholen und auf dieselbe Heizlastberechnung bestehen – die Spanne zwischen Installateuren liegt bei 30 Prozent. Seit 2026 verlangt die Bundesförderung natürliche Kältemittel (Propan R290) und eine Jahresarbeitszahl von mindestens 3,0; darauf jetzt schon achten, damit die Anlage 2027 förderfähig ist.
Heizkosten im Vergleich: Einfamilienhaus, 130–150 m²
| Heizung | Energiepreis | Jahreskosten |
|---|---|---|
| Wärmepumpe mit Wärmepumpentarif | 17 ct/kWh Strom, JAZ 3,5 | 700–950 € |
| Wärmepumpe mit eigener PV | Strom teils gratis | 600–900 € |
| Pellets | 7,4 ct/kWh | 750–1.750 € |
| Erdgas | 8–12 ct/kWh | 1.200–2.500 € |
| Fernwärme | je nach Netz | 1.200–1.800 € |
| Heizöl | 10–12 ct/kWh | 2.000–3.000 € |
Spannen aus Installateurs- und Verbandsdaten vom Herbst 2026 (proPellets Austria rechnet für sechs Tonnen Pellets 2.517 Euro gegen 4.832 Euro Gas und 4.927 Euro Öl). Der Umstieg von Öl auf Wärmepumpe spart typisch 1.500 bis 2.000 Euro im Jahr, von Gas 600 bis 1.200.
Checkliste vor dem Antrag 2027
- Heizlastberechnung nach ÖNORM H 7500 vom Installateur – ohne sie wird die Pumpe zu groß (teuer, taktet) oder zu klein.
- Vorlauftemperatur prüfen: unter 55 °C, besser 45 °C; sonst Heizkörper tauschen oder vorher dämmen.
- Energieausweis – die Bundesförderung verlangte ihn bisher bei Wohnhäusern; Länder teils ebenso.
- Stellplatz und Nachbarn: Abstand zur Grundgrenze, Schallgutachten bei engen Lagen, Gemeinde fragen, ob eine Anzeige nötig ist.
- Zweiter Zählpunkt für den Wärmepumpentarif beim Netzbetreiber anfragen, PV-Kopplung mitplanen – Anmeldung und Förderung der PV laufen parallel.
- Registrieren, dann unterschreiben – Angebote mit Gültigkeit bis ins Frühjahr 2027 verlangen.
- Versicherung: Außengerät in die Eigenheimversicherung aufnehmen (Sturm, Hagel, Vandalismus); Öltank-Stilllegung dem Versicherer melden.
Häufige Fragen zur Wärmepumpen-Förderung
- Gibt es 2026 noch Bundesförderung für die Wärmepumpe?
- Nein, nicht mehr für neue Anträge. Das Programm „Kesseltausch 2026“ – der Nachfolger von „Raus aus Öl und Gas“ – wurde am 10. Juli 2026 wegen erschöpften Budgets geschlossen, „Sauber Heizen für Alle“ für einkommensschwache Haushalte gleich mit; der Sanierungsbonus war schon am 2. Februar zu Ende. Wer bis dahin registriert hatte, bekommt die Förderung: 30 Prozent der Kosten, bis 7.500 Euro für eine Wärmepumpe. Für 2027 sind 360 Millionen Euro beschlossen, davon 179 Millionen für den Kesseltausch; die Richtlinie kommt im Herbst 2026, und der Fördersatz könnte auf 20 Prozent sinken.
- Soll ich jetzt tauschen oder auf 2027 warten?
- Wenn die alte Heizung noch läuft: warten, aber vorbereiten – Angebote einholen, Heizlast berechnen lassen, Installateur reservieren. Sobald die Registrierung 2027 öffnet, gilt wieder: zuerst registrieren, dann beauftragen; wer vorher umbaut, bekommt nichts. Die Töpfe waren 2026 nach wenigen Monaten leer, deshalb am ersten Tag registrieren. Wenn die Heizung kaputt ist: Landesförderung mitnehmen (in Wien und Tirol die größte), und den Vertrag so gestalten, dass Lieferung und Rechnung nach einem möglichen Bundesstart liegen – manche Richtlinien erkennen Leistungen rückwirkend an, 2026 galt das für alles ab 3. Oktober 2025.
- Wie viel Strom braucht eine Wärmepumpe?
- Den Wärmebedarf des Hauses geteilt durch die Jahresarbeitszahl (JAZ). Ein Einfamilienhaus mit 140 m² und 14.500 kWh Heizbedarf braucht mit einer Luft-Wasser-Pumpe (JAZ 3,0–3,8) 4.500 bis 5.500 kWh Strom im Jahr, mit Erdwärme (JAZ 4,0–4,5) 3.500 bis 4.300. Beim Wärmepumpentarif um 17 Cent sind das 600 bis 950 Euro – ein Gaskessel kostet für dieselbe Wärme 1.500 bis 2.000, Öl 1.800 bis 2.500. Im unsanierten Altbau mit alten Heizkörpern sinkt die JAZ unter 3, und der Vorteil schrumpft; dann zuerst dämmen oder größere Heizkörper setzen.
- Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau?
- Ja, wenn die Vorlauftemperatur unter 55 °C bleibt. Der Test ist kostenlos: An einem kalten Wintertag die Heizung auf 50–55 °C Vorlauf begrenzen – wird es warm genug, passt es. Sonst helfen größere Heizkörper in den kritischen Räumen (300–800 Euro je Stück), Dämmung der obersten Geschoßdecke oder eine Hochtemperatur-Wärmepumpe, die mit Propan 65–70 °C schafft. Wien fördert nur bis 40 °C Vorlauf ohne Nachweis, Oberösterreich bis 55 °C.
- Was ist die Öko-Sonderausgabenpauschale?
- Ein steuerlicher Zusatz zur Bundesförderung: Wer für den Heizkesseltausch eine Bundesförderung ausbezahlt bekommt und nach Abzug der Förderung mehr als 2.000 Euro selbst getragen hat, darf fünf Jahre lang je 400 Euro als Sonderausgabe absetzen (§ 18 Abs. 1 Z 10 EStG) – bei thermischer Sanierung 800 Euro. Das passiert automatisch, wenn Sie beim Förderantrag der Datenübermittlung ans Finanzamt zustimmen. Steuerwert: bei 30 Prozent Grenzsteuersatz rund 600 Euro. Ohne Bundesförderung gibt es die Pauschale nicht – ein weiterer Grund, 2027 zu registrieren.
- Welchen Stromtarif nehme ich?
- Einen Wärmepumpentarif, wenn der Netzbetreiber einen eigenen Zählpunkt für die Pumpe einrichtet: 17 bis 20 Cent statt 25 bis 29, dafür darf der Netzbetreiber in Spitzenzeiten kurz unterbrechen – der Pufferspeicher überbrückt das. Zweiter Zähler kostet einmalig Netzzutritt und laufend eine kleine Grundgebühr; bei 5.000 kWh rechnet er sich fast immer. Mit eigener PV-Anlage läuft die Pumpe im Sommer für Warmwasser fast gratis; eine Steuerung, die PV-Überschuss in den Speicher lädt, ist der sinnvollste Zusatz.
- Brauche ich eine Genehmigung, und was ist mit dem Lärm?
- Baurechtlich ist das Außengerät in den meisten Ländern bewilligungsfrei, in manchen Gemeinden anzeigepflichtig; bei Erdwärme braucht die Bohrung eine wasserrechtliche Bewilligung bei der Bezirkshauptmannschaft. Lärm ist der häufigste Nachbarschaftsstreit: Moderne Geräte liegen bei 30–35 dB(A) in drei Metern, die ÖNORM-Richtwerte für Wohngebiete bei 30–35 dB(A) nachts an der Grundgrenze. Also: Abstand zur Grenze, Gerät nicht in die Hausecke (Schallreflexion), Nachtmodus, und den Nachbarn vorher informieren.
- Muss ich meine Gasheizung überhaupt tauschen?
- Ein Verbot für bestehende Gasheizungen gibt es nicht. Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz 2024 verbietet nur Öl- und Gasheizungen im Neubau; der geplante Tauschzwang für Bestandskessel wurde fallen gelassen. Was Sie treibt, sind die Kosten: Gas und Öl bleiben teurer als Wärmepumpenstrom, ab 2027 kommt der europäische CO₂-Preis (ETS 2) auf Gas und Heizöl, der die Kilowattstunde um geschätzt 2 bis 4 Cent verteuert – und der Fernwärme- oder Gasanschluss kann in Wien („Raus aus Gas“ bis 2040) langfristig wegfallen.
Bis dahin: Heizkosten drücken
1 °C weniger, Thermostate, Zirkulationspumpe, Anbieterwechsel: Stromkosten senken mit Sparrechner.
Heizung kaputt im Winter?
Wer zahlt, wenn der Kessel ausfällt, und was der Vermieter muss: Haushaltsgerät kaputt.
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Kaffee spendieren ↗Quellen: KPC: Umweltförderung / Sanierungsoffensive · Transparenzportal: Kesseltausch 2026 (ausgelaufen) · OÖ Energiesparverband: Heizkesseltausch · BMF: Öko-Sonderausgabenpauschale · klimaaktiv: Wärmepumpe und Heizen · GLOBAL 2000: Sanierungsförderung nach Bundesländern
Unverbindliche Information, keine Energie-, Rechts- oder Steuerberatung. Förderrichtlinien ändern sich laufend. Stand: 6. Oktober 2026.