Pelletspreis und Pelletsheizung 2026: Kosten, Förderung und Lager
Pellets sind um ein Drittel teurer als vor einem Jahr – und trotzdem nur halb so teuer wie Heizöl. Was eine Anlage kostet, wie groß das Lager sein muss, wann Sie günstig einkaufen und warum das Pelletslager gefährlich sein kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Pelletspreis September 2026: 42,85 Cent je kg (8,74 Cent je kWh), +33 % zum Vorjahr; 15-kg-Sack 6,75 €.
- Heizöl kostet je kWh rund doppelt so viel.
- Anlage im Einfamilienhaus 20.000–35.000 €; Bundesförderung (bis 8.500 €) seit Juli gestoppt, Länder fördern weiter.
- Faustregel: je kW Heizlast 400 kg Pellets im Jahr und 0,9 m³ Lager.
- Pelletslager geben Kohlenmonoxid ab: belüften, nach der Lieferung vier Wochen nicht betreten.
Pelletspreis aktuell und Verlauf
proPellets Austria erhebt den Durchschnittspreis jeden Monat für lose Ware inklusive Zustellung und Mehrwertsteuer und veröffentlicht ihn ab dem 15. Der Oktoberwert steht also noch aus; Vergleichsportale meldeten Anfang Oktober Tagespreise von 449 bis 455 Euro je Tonne.
| Monat | Cent je kg | Cent je kWh |
|---|---|---|
| September 2026 | 42,85 | 8,74 |
| August 2026 | 41,27 | 8,42 |
| Juli 2026 | 40,43 | 8,25 |
| Juni 2026 | 39,73 | 8,11 |
| Mai 2026 | 39,58 | 8,08 |
| April 2026 | 40,00 | 8,16 |
| März 2026 | 41,45 | 8,46 |
| Februar 2026 | 41,57 | 8,48 |
| Jänner 2026 | 38,09 | 7,77 |
| Oktober 2025 | 34,18 | 6,98 |
| September 2025 | 32,13 | 6,56 |
Quelle: proPellets Austria, Monatsverlauf nach ÖkoFEN. Zum Vergleich laut proPellets im September: Erdgas 16,78 und Heizöl 17,11 Cent je kWh – ohne Wirkungsgrad und Anschaffung gerechnet.
Rechner: Pelletsbedarf, Kosten und Lagergröße
Heizlast eintragen – der Rechner zeigt Jahresmenge, Brennstoffkosten lose und als Sackware, die nötige Lagergröße und was dieselbe Wärme mit Heizöl kosten würde.
Pellets pro Jahr
4,0 t · € 1.714
≈ € 143 im Monat, lose geliefert
Als Sackware: 267 Säcke ≈ € 1.802
Lagerraum
9,0 m³
≈ 4,5 m² Grundfläche bei 2 m Füllhöhe
Jahresmenge inkl. Leerraum und Schrägboden
Gleiche Wärme mit Heizöl
€ 3.736
2 075 l · Pellets sparen € 2.022
nur Brennstoff, ohne Wartung
Faustregel des OÖ Energiesparverbands: je Kilowatt Heizlast rund 400 kg Pellets im Jahr und 0,9 m³ Lagerraum samt Leerraum. Gut gedämmte Häuser brauchen weniger, Altbauten mit hohem Warmwasserbedarf mehr. Vergleich: Pellets 4,9 kWh/kg bei 90 % Wirkungsgrad, Heizöl 10 kWh/l bei 85 % (alter Kessel).
Heizen Sie noch mit Öl? Der Umstiegsrechner rechnet mit Ihrem Ölverbrauch und zeigt die Amortisation der neuen Anlage.
Pelletslager planen: sechs Punkte
- 01Größe. Je Kilowatt Heizlast rund 0,9 m³ Lagerraum inklusive Leerraum – so passt der Jahresbedarf mit einer Lieferung hinein. Der Rechner oben gibt den Wert für Ihr Haus aus.
- 02Trocken und dicht. Pellets zerfallen bei Feuchtigkeit zu Sägemehl. Wände und Boden ganzjährig trocken, Raum staubdicht, keine Wasser- oder Abwasserleitungen ohne Schutz durch das Lager.
- 03Schrägboden. 35 bis 40 Grad Neigung zur Entnahme, damit das Lager vollständig leer läuft; alternativ Gewebetank oder Erdtank. Ein ehemaliger Öltankraum ist oft ideal.
- 04Belüftung. Pellets geben Kohlenmonoxid ab. Lager müssen nach ÖNORM M 7137 bzw. EN ISO 20023 dauerhaft belüftet sein, meist über Deckel mit Lüftungsschlitzen auf den Befüllstutzen. Lager aus der Zeit vor 2012 sind oft nicht belüftet und gehören nachgerüstet.
- 05Betreten nur mit Regeln. Vier Wochen nach der Befüllung nicht betreten, sonst mindestens 15 Minuten querlüften, eine zweite Person bleibt draußen in Rufweite. Im Zweifel vorher mit einem tragbaren CO-Messgerät messen. Im Februar 2023 starben in Lech zwei Menschen in einem Pelletslager.
- 06Befüllung. Den Kessel ein bis zwei Stunden vor dem Einblasen ausschalten (Herstellerangabe beachten), damit kein Rauchgas angesaugt wird. Prallschutzmatte gegenüber dem Einblasstutzen verhindert Abrieb.
Sicher und sauber heizen
Der fest montierte CO-Melder gehört vor das Lager in den Heizraum oder Flur, nicht ins Lager selbst – Holzausdünstungen beschädigen den Sensor. Zum Betreten des Lagers misst ein tragbares Gerät die Konzentration. Asche aus Kessel oder Pelletsofen nimmt ein Aschesauger mit Metallbehälter auf.
Häufige Fragen zu Pellets und Pelletsheizung
- Wie viel kosten Pellets gerade?
- Laut proPellets Austria Anfang September 2026 im Schnitt 42,85 Cent je Kilogramm lose geliefert, das sind 8,74 Cent je kWh – ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Der 15-kg-Sack kostet 6,75 Euro. Tagespreise der Vergleichsportale lagen Anfang Oktober bei 449 bis 455 Euro je Tonne. Den Oktoberwert veröffentlicht proPellets ab dem 15. Oktober. Der Rekord liegt bei 633,62 Euro je Tonne im Oktober 2022.
- Warum sind Pellets 2026 so teuer geworden?
- Vor allem wegen der Nachfrage: Mit dem Heizölpreis über 180 Euro je 100 Liter und dem Gaspreisanstieg kaufen mehr Haushalte Pellets, die Branche spricht von 35 bis 45 Prozent mehr Nachfrage als im Vorjahr. Dazu kommen höhere Kosten für Rohstoff, Energie und Personal. Trotzdem kostet Wärme aus Pellets derzeit nur rund die Hälfte von Heizöl oder Gas.
- Wann kauft man Pellets am günstigsten?
- Im Frühjahr: Im April und Mai lagen die Preise in den vergangenen Jahren im Schnitt 5 bis 10 Prozent unter dem Herbst- und Winterniveau. Lose Ware ab etwa drei Tonnen ist je Kilogramm billiger als Sackware; Sammelbestellungen mit Nachbarn sparen Anfahrt. Wer im Oktober noch Platz im Lager hat, kauft nur so viel wie nötig und füllt im Frühjahr auf.
- Was kostet eine Pelletsheizung im Einfamilienhaus?
- Komplett mit Kessel, Lager und Fördersystem, Pufferspeicher, Montage und Anpassung des Rauchfangs meist 20.000 bis 35.000 Euro brutto; einzelne Hersteller nennen ab 17.000 Euro. Dazu kommen beim Umstieg von Öl die Entsorgung von Tank und Altkessel (500 bis 2.500 Euro). Laufend: Wartung 200 bis 300 Euro im Jahr, Rauchfangkehrer, Hilfsstrom und das Leeren der Asche.
- Gibt es Förderung für eine Pelletsheizung?
- Die Bundesförderung (Sanierungsoffensive) zahlte 2026 für den Tausch einer Öl-, Gas- oder Stromheizung gegen eine Pellets-, Stückholz- oder Hackgutheizung bis 8.500 Euro, höchstens 30 Prozent der Kosten; Kessel, die nur das ältere Umweltzeichen UZ 37 (2021) erfüllen, bekamen 20 Prozent weniger. Seit 10. Juli 2026 sind keine Registrierungen mehr möglich. Für 2027 sind 179 Millionen Euro für den Heizungstausch vorgesehen, der Fördersatz soll laut Fachpresse auf 20 Prozent sinken. Länder und Gemeinden fördern weiter – vor dem Auftrag dort anfragen, denn viele Förderungen setzen voraus, dass noch nicht bestellt wurde.
- Was sind die Nachteile einer Pelletsheizung?
- Platz für Lager und Kessel, höhere Anschaffung als eine Gastherme, Asche entleeren, jährliche Wartung, und ein Brennstoffpreis, der schwankt – 2022 und 2026 kräftig nach oben. Pelletskessel stoßen mehr Feinstaub aus als Wärmepumpen; moderne Kessel mit Umweltzeichen liegen deutlich unter alten Holzöfen. Bei Stromausfall steht auch die Pelletsheizung, weil Förderschnecke und Gebläse Strom brauchen.
- Pelletsheizung oder Wärmepumpe?
- Die Pelletsheizung liefert problemlos hohe Vorlauftemperaturen für alte Heizkörper und braucht kaum Strom – stark im unsanierten Altbau mit freiem Öltankraum. Die Wärmepumpe braucht keinen Lagerraum und keine Brennstofflieferung, läuft aber nur mit niedrigen Vorlauftemperaturen effizient: ideal mit Fußbodenheizung oder nach der Dämmung. In den Betriebskosten liegen beide bei den Preisen vom Herbst 2026 nahe beieinander (rund 9 bis 10 Cent je kWh Wärme). Liegt Fernwärme an, ist für die Bundesförderung eine Alternative nur förderfähig, wenn sie mindestens 25 Prozent günstiger ist.
- Lohnt sich ein Pelletsofen im Wohnzimmer?
- Als Zusatzheizung, wenn ein Rauchfang vorhanden ist: Der Ofen wird mit Sackware befüllt, zündet und regelt sich selbst und heizt einen großen Raum oder eine offene Wohnebene. Luftgeführte Öfen heizen nur den Raum, wasserführende speisen zusätzlich die Zentralheizung ein. Vor dem Kauf mit dem Rauchfangkehrer klären, ob der Kamin passt. Wie jede Feuerstätte gehört ein CO-Melder in die Nähe; die Asche saugt man mit einem eigenen Aschesauger, nie mit dem Haushaltsstaubsauger.
- Woran erkenne ich gute Pellets?
- Am Zertifikat ENplus A1 mit Händlerkennnummer – österreichische Händler beginnen mit AT3. A1 verlangt unter anderem mindestens 4,6 kWh je Kilogramm, höchstens 10 Prozent Wasser und 0,7 Prozent Asche. Glänzende, harte Pellets mit wenig Staub im Sack sind ein gutes Zeichen; viel Abrieb verstopft die Förderung.
Andere Heizsysteme
Ölheizung und Heizölpreis, Wärmepumpen-Förderung, Fernwärme und Gasanbieter wechseln.
Heizung kalt?
Störung, Vermieterpflicht, Mietzinsminderung: Heizungsausfall im Winter.
Hat Ihnen das geholfen? Die Schadensbörse ist kostenlos und finanziert sich ohne Abo. Wer mag, wirft etwas in die Kaffeekassa – freiwillig, ohne Gegenleistung.
Kaffee spendieren ↗Quellen: proPellets Austria: aktuelle Pelletpreise · ÖkoFEN: Pelletspreis-Verlauf · proPellets: Kostencheck Öl und Gas · OÖ Energiesparverband: Heizen mit Pellets · AUVA: Unsichtbare Gefahr im Holzpelletslager · Energieinstitut Vorarlberg: Holzheizung Bundesförderung · BMLUK: Sanierungsoffensive 2026 ausgeschöpft
Unverbindliche Information, keine Rechts- oder Energieberatung. Stand: 7. Oktober 2026.