Blackout-Vorsorge: die Notvorrat-Checkliste
Was Innenministerium, Zivilschutzverband und Bundesheer für zwei Wochen ohne Strom empfehlen – mit Mengen, Verhaltensregeln und dem, was die Versicherung zahlt.
Das Wichtigste in vier Sätzen
- Ein Blackout ist ein überregionaler Stromausfall, sehr unwahrscheinlich, aber nie ganz ausgeschlossen.
- Der Strom kommt nach Stunden bis Tagen zurück, Handy, Internet und Lieferungen brauchen länger.
- Empfohlen sind Vorräte für 10 bis 14 Tage, dazu 2 bis 2,5 Liter Trinkwasser pro Person und Tag.
- Planen Sie wie für einen zweiwöchigen Campingurlaub in der eigenen Wohnung – ohne Notstromaggregat.
Stromausfall oder Blackout?
Ein Stromausfall betrifft eine Straße, einen Ort, eine Region, und der Rest des Netzes hilft aus. Im Schnitt sind österreichische Haushalte rund 50 Minuten im Jahr ohne Strom. Bei einem Blackout fällt die Versorgung in weiten Teilen des Landes oder Europas gleichzeitig aus. Ob es einer ist, merken Sie am schnellsten bei den Nachbarn: Brennt dort Licht, ist es keiner.
Stunden
Licht, Heizung, Kassen, Ampeln, Aufzüge aus. Das Handynetz hält oft nur wenige Stunden.
Tage
Strom kommt schrittweise zurück, laut Bundesheer in Österreich wohl nach mindestens einem Tag.
Wochen
Telefon, Internet, Logistik und Geschäfte brauchen danach noch Tage, bis alles läuft.
Wasser: der wichtigste Vorrat
Pro Person und Tag 2 bis 2,5 Liter zum Trinken und Kochen, für zwei Wochen also 28 bis 35 Liter. Am einfachsten ist Mineralwasser in Flaschen, es hält rund zwei Jahre; im normalen Alltag verbrauchen und nachkaufen, dann bleibt der Vorrat frisch. Für Händewaschen und Toilettenspülung kommt Brauchwasser dazu – in Kanistern oder, wenn der Strom gerade ausgefallen ist, in der Badewanne.
Lebensmittel: die Liste des Zivilschutzverbands
Mengen pro Person und Woche, für zwei Wochen verdoppeln. Dazu Zucker, Eier, Kaffee, Tee und was Sie gerne essen. Alles sollte ohne Kühlschrank halten und mit einem Gaskocher zuzubereiten sein.
| Lebensmittel | pro Person und Woche |
|---|---|
| Mehl | 1 kg |
| Reis | 1 kg |
| Teigwaren | ½ kg |
| Brot (haltbar) | 1 kg |
| Kartoffeln | 2 kg |
| Haltbarmilch | 1 l |
| Schmelz- oder Hartkäse | 1 Packung |
| Streichfett | 125 g |
| Pflanzenfett/Öl | 250 ml |
| Fischkonserve | 1 Dose |
| Salate im Glas | 1 Glas |
| Konservendosen (Gemüse, Eintopf) | 7 Stück |
| Marmelade oder Honig | 1 Glas |
Quelle: Vorrats-Checkliste des Österreichischen Zivilschutzverbands. Die Tiefkühltruhe ist kein Blackout-Vorrat – sie hält geschlossen etwa ein bis zwei Tage; dann zuerst das Verderbliche essen.
Was sonst in den Vorrat gehört
Hygiene
- Toilettenpapier
- Not-Toilettenbeutel oder Müllsäcke mit Katzenstreu
- Seife, Zahnpflege, Binden und Tampons
- Müllbeutel
- Feuchttücher
Apotheke
- Dauermedikamente für zwei Wochen
- Verbandskasten
- Fieberthermometer, Desinfektionsmittel
- FFP2-Masken, Einweghandschuhe
- Entkeimungstabletten für Wasser
Licht, Radio, Kochen
- Batterie- oder Kurbelradio und Reservebatterien
- LED-Taschen- oder Stirnlampen
- Gaskocher mit Kartuschen, Feuerzeug
- CO-Melder, wenn Sie mit Gas kochen oder heizen
- Feuerlöscher oder Löschdecke
Wärme
- Schlafsäcke und Decken
- warme Kleidung in Schichten
- stromlose Heizmöglichkeit nur mit Fachberatung: Kachel- oder Kaminofen
Geld und Papiere
- Bargeld in kleinen Scheinen und Münzen, etwa ein doppelter Wocheneinkauf
- Dokumentenmappe: Ausweise, Polizzen, Medikamentenliste, wichtige Telefonnummern auf Papier
- Auto mindestens halb vollgetankt
Haustiere und Kinder
- Futter und Wasser für zwei Wochen
- Babynahrung, Windeln
- Spiele und Bücher ohne Strom
Licht, Radio, Strom: was wirklich nötig ist
Das wichtigste Gerät ist ein Radio, das ohne Steckdose läuft – nur so erfahren Sie, was los ist. Dazu Licht ohne Flamme: Der Zivilschutzverband rät von Kerzen ab, weil im Dunkeln schnell etwas Feuer fängt.
Für Handy, Radio und Lampen reicht eine geladene Powerbank. Wer mehr will – etwa den Router der Hausgemeinschaft oder ein medizinisches Gerät zeitweise betreiben –, greift zu einer Powerstation: ein großer Akku ohne Abgase, der auch in der Wohnung stehen darf. Eine Heizung oder Gefriertruhe tagelang betreibt sie nicht.
Kochen ohne Strom – aber sicher
Ein Gaskocher mit Kartuschen ist die einfachste Notkochstelle. Gas verbrennt aber zu Kohlenmonoxid, das man weder sieht noch riecht: Nur bei offenem Fenster oder am Balkon kochen, nie in einem geschlossenen Raum, und Gas- oder Kohlegriller nur im Freien. Das Bundesheer empfiehlt dazu einen CO-Melder.
Wenn der Strom ausfällt: die ersten Stunden
- 01Ruhe bewahren, Radio einschalten. Ist nur Ihr Haus betroffen, die Sicherung prüfen und den Netzbetreiber anrufen. Ist es großflächig, informiert der ORF.
- 02Notruf nur im Notfall. Leitungen und Akkus sind knapp. 144, 133, 122 und 112 nur bei Lebensgefahr wählen.
- 03Geräte ausstecken. Was beim Ausfall lief, abschalten oder ausstecken – Herd, Bügeleisen, Computer. Eine Lampe eingeschaltet lassen, um das Ende zu bemerken.
- 04Familie per SMS informieren. SMS kommen eher durch als Anrufe. Treffpunkte, etwa für Kinder in der Schule, vorher vereinbaren.
- 05Zu Hause bleiben, Nachbarn helfen. Unnötige Autofahrten vermeiden. Aufzüge auf eingeschlossene Personen prüfen, bei Älteren und Pflegebedürftigen läuten.
- 06Kühlschrank geschlossen halten. Jedes Öffnen kostet Kälte. Verderbliches zuerst essen.
- 07Anlaufstelle der Gemeinde kennen. Viele Gemeinden planen Selbsthilfe-Basen mit Notstrom, etwa in Oberösterreich. Ein bundesweites System gibt es nicht – fragen Sie jetzt bei Ihrer Gemeinde nach.
Was die Versicherung zahlt – und was nicht
Verdorbenes Tiefkühlgut
Nur mit einem Zusatzbaustein in der Haushaltsversicherung und meist bis zu einer festen Summe. Einige Bedingungen nennen den Stromausfall ausdrücklich, andere schließen eine Abschaltung durch den Stromversorger aus.
Überspannung beim Wiedereinschalten
Standardmäßig ist meist nur Überspannung durch Blitz gedeckt. Erweiterungen für Netzschwankungen gibt es, einzelne schließen aber einen flächendeckenden Blackout samt Neustart des Netzes ausdrücklich aus.
Was Sie jetzt tun können
In den Bedingungen nach den Wörtern „Kühlgut“, „Überspannung“ und „Blackout“ suchen. Empfindliche Geräte an eine Steckdosenleiste mit Überspannungsschutz hängen und bei einem Ausfall ausstecken.
Mehr zu Überspannung und Gewitterschäden: Haushaltsgerät kaputt – wer zahlt?
Häufige Fragen zur Blackout-Vorsorge
- Wie wahrscheinlich ist ein Blackout in Österreich?
- Der Netzbetreiber APG hält einen Blackout für sehr unwahrscheinlich, ausschließen lässt er sich laut Zivilschutzverband aber nie ganz. Wichtig ist die Unterscheidung: Ein gewöhnlicher Stromausfall ist regional und meist schnell behoben, im Schnitt sind österreichische Haushalte rund 50 Minuten im Jahr ohne Strom. Ein Blackout trifft weite Teile des Landes gleichzeitig. Die Vorsorge dafür hilft auch bei Unwetter, Hochwasser oder Quarantäne.
- Für wie viele Tage soll ich vorsorgen?
- Behörden und Zivilschutzverband empfehlen mindestens 10 bis 14 Tage. Das Netz selbst wäre laut Bundesheer wahrscheinlich nach mindestens einem Tag wieder da, europaweit nach etwa einer Woche – danach brauchen Handy, Internet und Lieferketten aber noch mehrere Tage, bis Geschäfte wieder normal versorgt sind. Wer nicht alles auf einmal kaufen will: mit sieben Tagen beginnen und aufstocken.
- Wie viel Wasser brauche ich?
- Die Angaben schwanken: Das Innenministerium nennt 2,5 Liter pro Person und Tag, die Vorratsliste des Zivilschutzverbands 2 Liter, also 28 Liter pro Person für zwei Wochen. Das ist Trinkwasser. Zum Waschen und für die Toilettenspülung kommt Brauchwasser dazu, deshalb raten manche Fachleute zu 35 Litern pro Person. Mineralwasser hält rund zwei Jahre.
- Funktioniert die Wasserversorgung bei einem Blackout?
- Das hängt von der Gemeinde ab. In Wien hätte die große Mehrheit weiter Wasser, weil es über die Hochquellenleitungen mit natürlichem Gefälle kommt; ausgenommen sind Hochhäuser mit eigenen Pumpen. Andere Gemeinden brauchen Pumpen und damit Strom oder Notstrom. Fragen Sie bei Ihrem Wasserversorger oder der Gemeinde nach – und halten Sie trotzdem Wasser vorrätig.
- Soll ich mir ein Notstromaggregat kaufen?
- Der Zivilschutzverband empfiehlt Stromaggregate für Privathaushalte ausdrücklich nicht: teuer, Brandgefahr durch den gelagerten Treibstoff und tödliche Gefahr durch Kohlenmonoxid, wenn das Gerät in Garage oder Keller läuft. Wer ein Aggregat ans Hausnetz anschließen will, braucht einen Elektriker, einen Netztrenner und eine Einspeiseschnittstelle. Für Licht, Radio und Handy reichen Akkus.
- Zahlt die Haushaltsversicherung verdorbenes Tiefkühlgut?
- Nur wenn Ihre Polizze einen Baustein für Kühl- oder Tiefkühlgut enthält, und dann meist bis zu einer festen Summe. Manche Bedingungen nennen ausdrücklich den Stromausfall, andere schließen die Abschaltung durch den Stromversorger aus. Suchen Sie in Ihren Bedingungen nach „Kühlgut“ oder „Tiefkühlgut“. Ein großer Tiefkühlvorrat ist deshalb kein guter Blackout-Vorrat.
- Was ist mit Schäden, wenn der Strom zurückkommt?
- Spannungsspitzen beim Wiedereinschalten können Geräte zerstören. Die Haushaltsversicherung deckt Überspannung meist nur nach Blitzschlag; Überspannung durch Netzschwankungen nur mit Erweiterung, und einzelne Bedingungen schließen einen flächendeckenden Blackout samt Neustart des Netzes ausdrücklich aus. Deshalb: Geräte bei Stromausfall ausstecken und erst nach und nach wieder einschalten.
- Wo bekomme ich Informationen, wenn Handy und Internet ausfallen?
- Über das Radio. Der ORF informiert im Krisenfall laufend, seine Sender haben Notstrom für mindestens 72 Stunden; Ö3 übernimmt amtliche Durchsagen. Das Handynetz fällt laut den Betreibern binnen Stunden weitgehend aus, Kabelinternet sofort. Ein Batterie- oder Kurbelradio ist deshalb das wichtigste Gerät der Liste – zur Not tut es das Autoradio.
Unwetter und Hochwasser
Der Vorrat hilft auch hier. Welche Versicherung bei Sturm, Hagel und Überschwemmung zahlt: Unwetterschaden.
Papiere griffbereit
Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Testament gehören in dieselbe Mappe: Patientenverfügung.
Hat Ihnen das geholfen? Die Schadensbörse ist kostenlos und finanziert sich ohne Abo. Wer mag, wirft etwas in die Kaffeekassa – freiwillig, ohne Gegenleistung.
Kaffee spendieren ↗Quellen: oesterreich.gv.at: Blackout · Zivilschutzverband: Vorrats-Checkliste · Zivilschutzverband: Blackout-Checkliste · Bundesheer: Blackout – und dann? · APG · Wiener Wasser · Zivilschutz OÖ: Notstromaggregate
Unverbindliche Information. Stand: 2. Oktober 2026. Versicherungsleistungen hängen von Ihrer Polizze ab; maßgeblich sind Ihre Bedingungen. Bei medizinischen Geräten, die Strom brauchen, mit Arzt oder Gerätehersteller einen Notfallplan besprechen.