Ratgeber · Österreich · Stand Oktober 2026

Heizlüfter, Ölradiator und Heizstrahler: was Elektroheizen kostet – und wann es sich lohnt

Welches Gerät wofür taugt, was die Stunde wirklich kostet, warum „Energiespar-Wunderheizungen“ Abzocke sind und was im Bad erlaubt ist. Mit Kostenrechner.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein 2.000-W-Gerät kostet bei 29 ct/kWh rund 58 Cent pro Stunde – egal ob Lüfter, Radiator oder Konvektor.
  • Es gibt keine sparsame Direkt-Stromheizung: 1 kWh Strom = 1 kWh Wärme. „Wunderheizungen“ aus der Werbung sind Abzocke.
  • Am billigsten wärmt, was den Körper statt der Luft heizt: Heizdecke ≈ 3 Cent pro Stunde.
  • 2-kW-Geräte nie an Mehrfachstecker oder Kabeltrommel – Brandgefahr.
  • Im Bad nur fest montierte, dafür zugelassene Geräte in Wannennähe.

Welcher Gerätetyp wofür

Gerät Eigenschaft Sinnvoll für
Heizlüfter (Draht oder Keramik) heizt in Minuten, klein, billig; Lüfter rauscht, trocknet die Luft kurz und gezielt: Bad am Morgen, Hobbyraum, Notheizung
Ölradiator lautlos, speichert nach und wird nicht glühend heiß; braucht lange zum Warmwerden stundenweise im Schlaf- oder Arbeitszimmer
Konvektor lautlos, flach, sofort warme Luft; keine Speicherung Übergangszeit im selten genutzten Raum
Infrarot-Heizstrahler wärmt Personen und Flächen statt der Luft, wirkt sofort Bad (fest montiert), Wickeltisch, überdachte Terrasse
Frostwächter (500 W) hält per Thermostat über etwa 5 °C; sehr sparsam, heizt aber keinen Wohnraum Gartenhaus, Garage mit Wasserleitung, Wohnwagen
Heizdecke, Heizkissen, Wärmflasche wärmt den Körper direkt, 60–100 W statt 2.000 Sofa und Bett – die mit Abstand billigste „Heizung“

Fürs dauerhafte Heizen ganzer Räume ist keines dieser Geräte gedacht – dafür gibt es Infrarot-Paneele mit richtiger Planung oder besser die Wärmepumpe. Als Notlösung beim Heizungsausfall sind sie dagegen genau richtig.

Kostenrechner: Was kostet mein Gerät?

Gerät wählen oder die Wattzahl vom Typenschild eintragen – der Rechner zeigt die Kosten pro Stunde, Tag, Monat und Heizsaison.

Pro Tag

€ 1,39

4,8 kWh · € 0,35 je Stunde

Pro Monat

€ 42

bei täglicher Nutzung

Pro Heizsaison

€ 251

gerechnet mit 180 Tagen

Jede elektrische Direktheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom genau eine Kilowattstunde Wärme – egal wie das Gerät heißt. Pro Kilowattstunde Wärme ist Strom damit um ein Mehrfaches teurer als Pellets, Öl oder Gas; nur die Wärmepumpe holt aus 1 kWh Strom drei bis vier kWh Wärme. Fürs Dauerheizen ganzer Wohnungen taugt keines dieser Geräte.

„Wunderheizung“: die Abzocke mit den Mini-Heizlüftern

Jeden Winter fluten Anzeigen die sozialen Netzwerke: Ein steckdosengroßer Würfel um 60 Euro soll angeblich ganze Räume heizen und „bis zu 90 Prozent Strom sparen“. Die Watchlist Internet warnt vor Geräten wie „Heater Pro X“, „Ultraheat Pro“ oder „Valty Heater“:

  • Die „50 % Rabatt“ sind erfunden – den angeblichen Normalpreis gab es nie.
  • Die verlinkten „Testportale“ betreibt der Anbieter selbst, Warentest-Siegel sind gefälscht – die Stiftung Warentest hat solche Geräte nie getestet.
  • Geliefert wird überteuerte Massenware aus Fernost – oder gar nichts Funktionierendes.
  • Physik lässt sich nicht rabattieren: Ein 500-W-Gerät liefert höchstens 500 W Wärme und heizt damit kein Wohnzimmer.

Wer bestellt hat: Zahlung über die Bank rückbuchen lassen, vom Widerruf Gebrauch machen und den Shop der Watchlist Internet melden.

Sicher betreiben: sechs Regeln

  1. 01 Nie an Mehrfachstecker oder Kabeltrommel. Ein 2.000-W-Gerät zieht dauerhaft fast 9 Ampere. Billige Steckerleisten und aufgerollte Kabeltrommeln überhitzen dabei – direkt in die Wandsteckdose, Trommeln ganz abrollen.
  2. 02 Abstand und freie Luftwege. Mindestens einen Meter zu Vorhängen, Bett und Sofa, Ansaug- und Ausblasöffnungen nie abdecken, niemals Wäsche über das Gerät hängen.
  3. 03 Nur beaufsichtigt und mit Kippschutz. Heizlüfter laufen nicht unbeaufsichtigt, nicht beim Schlafen und nicht über Zeitschaltuhr ohne Aufsicht. Geräte mit Kippschutz und Überhitzungsschutz wählen; nach einem Sturz prüfen.
  4. 04 Im Bad nur zugelassene Geräte. In Wannen- und Duschnähe gelten Schutzbereiche: Dorthin gehören nur fest montierte, dafür zugelassene Geräte mit passender IP-Schutzart – der mobile Heizlüfter auf dem Wannenrand ist lebensgefährlich. Montage im Zweifel vom Elektriker.
  5. 05 Gasheizstrahler nie in Innenräumen. Terrassenstrahler und Katalytöfen erzeugen Kohlenmonoxid – drinnen sterben daran jeden Winter Menschen. Drinnen heizt nur Strom oder der Ofen mit Rauchfang.
  6. 06 Heizdecke: Abschaltautomatik und Sichtprüfung. Nur Decken mit Abschaltautomatik, nie geknickt oder eingeklemmt betreiben, bei Scheuerstellen entsorgen. Für Babys und hilflose Personen sind Heizdecken tabu – am Wickeltisch gehört ein Wärmestrahler an die Wand.

Bewährte Geräte für jeden Zweck

Vom schnellen Heizlüfter über den Bad-Schnellheizer bis zur sparsamsten Lösung überhaupt – alle verfügbar geprüft:

Häufige Fragen zu Heizlüfter und Elektroheizung

Was kostet ein Heizlüfter pro Stunde?
Leistung mal Strompreis: Ein 2.000-Watt-Gerät kostet bei 29 Cent pro Kilowattstunde rund 58 Cent pro Stunde Dauerlauf, mit Thermostat und Takten etwa 35 Cent. Vier Stunden täglich summieren sich über einen Monat auf 40 bis 70 Euro – der Rechner oben rechnet Ihr Gerät durch. Zum Vergleich: Eine Heizdecke kostet mit rund 100 Watt etwa 3 Cent pro Stunde.
Welcher Heizlüfter verbraucht am wenigsten?
Keiner – das ist der Punkt: Jede elektrische Direktheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom exakt eine Kilowattstunde Wärme, ob Draht, Keramik, Öl oder Infrarot. „Sparsamer“ wird es nur durch weniger Leistung, kürzere Laufzeit, Thermostat und kleinere Räume. Keramikgeräte heizen angenehmer und sind leiser, verbrauchen bei gleicher Wattzahl aber dasselbe.
Sind die beworbenen Mini-„Wunderheizungen“ seriös?
Nein. Die Watchlist Internet warnt vor Geräten wie „Heater Pro X“, „Ultraheat Pro“ oder „Valty Heater“, die per Social-Media-Werbung versprechen, ganze Räume für Cent-Beträge zu heizen: Die Rabatte sind erfunden, die „Testportale“ betreibt der Anbieter selbst, Testsiegel der Stiftung Warentest sind gefälscht, und teils kommt gar keine funktionierende Ware an. Physikalisch kann ein 500-Watt-Würfel nicht mehr als 500 Watt Wärme liefern.
Heizlüfter oder Ölradiator – was ist besser?
Für schnelle Wärme im kleinen Raum der Heizlüfter: Er wirkt in Minuten, rauscht aber. Für stundenlanges, leises Heizen der Ölradiator: Er braucht eine halbe Stunde Vorlauf, speichert dafür nach und hat keine heiße offene Heizwendel. Beim Verbrauch nehmen sich beide nichts – 2.000 Watt sind 2.000 Watt.
Kann ich mit Heizlüftern eine Wohnung dauerhaft heizen?
Technisch ja, finanziell nein: Eine Wohnung mit 8.000 kWh Jahres-Wärmebedarf kostet über Direktstrom bei 29 Cent rund 2.300 Euro – mit Pellets oder Gas ein Bruchteil davon. Die Stiftung Warentest kam 2022 zum selben Schluss („Strom statt Gas, teurer Spaß“). Elektrogeräte sind für Übergangszeit, einzelne Räume und Notfälle; fürs Dauerheizen rechnet sich höchstens die Wärmepumpe, die aus 1 kWh Strom drei bis vier kWh Wärme macht.
Was bringt ein Frostwächter?
Er hält Gartenhaus, Garage oder Wohnwagen per Thermostat knapp über dem Gefrierpunkt und schützt Wasserleitungen, Pumpen und Farben vor Frost – mit 500 Watt, die nur bei Bedarf laufen, oft für wenige Euro im Monat. Wichtig: Er ist ein Frostschutz, kein Raumheizer. Im Jänner ist „Frostwächter“ mit 4.400 Suchanfragen gefragter als der Heizlüfter.
Darf ich einen Heizlüfter im Bad verwenden?
Nur mit Abstand zu Wanne und Dusche – in deren Spritzbereich gehören ausschließlich fest montierte, dafür zugelassene Geräte mit passender IP-Schutzart, etwa ein Wand-Schnellheizer oder ein Infrarotstrahler unter der Decke. Ein mobiler Lüfter, der in die Wanne fallen kann, ist lebensgefährlich, auch mit FI-Schalter. Für die Montage im Zweifel den Elektriker fragen.
Was ist die billigste Art, elektrisch warm zu bleiben?
Den Körper wärmen statt den Raum: Die Stiftung Warentest rechnete vor, dass Heizdecken mit rund 3 Cent pro Stunde alle anderen Stromheizungen schlagen, weil die Wärme direkt bei der Person ankommt. Heizkissen und die klassische Wärmflasche (einmal Wasserkocher, etwa 6 Cent) spielen in derselben Liga. Fürs Homeoffice: Heizdecke übers Knie statt Heizlüfter unterm Schreibtisch spart im Monat einen zweistelligen Betrag.
Zahlt der Vermieter den Heizlüfter, wenn die Heizung ausfällt?
Fällt die Heizung aus und verschleppt der Vermieter die Reparatur, sind Leihgeräte und die Stromkosten in der Regel als Schadenersatz ersatzfähig – Belege sammeln und die Mehrkosten nachvollziehbar aufstellen. Zusätzlich kann der Mietzins gemindert werden. Die Schritte im Detail stehen im Ratgeber Heizungsausfall.