Ratgeber · Österreich · Stand Oktober 2026

Schneefräse, Schaufel und Streusalz: Winterdienst ums Haus – was erlaubt ist und was hilft

Warum Splitt der Standard ist und Salz vielerorts verboten, wie viel Streugut der Winter braucht, wann sich eine Fräse lohnt – und die Regel, die Finger rettet. Mit Streumittel-Rechner.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Wien ist Auftausalz auf Gehsteigen im 10-m-Umkreis von Bäumen und Grünflächen verboten (50–700 € Strafe) – Standard ist Splitt.
  • Nach der Glätte gilt die Einkehrpflicht: Splitt wieder wegkehren.
  • Für den Gehsteig reicht die Schaufel; die Fräse lohnt ab langen Einfahrten und viel Schnee.
  • Nie mit der Hand in Schnecke oder Auswurf – die häufigste Fräsen-Verletzung, bis zur Amputation.
  • Gegen Glatteis beim Gehen: Schuhspikes zum Überziehen.

Salz oder Splitt: was erlaubt ist

Die Streupflicht bei Glätte trifft Anrainer täglich von 6 bis 22 Uhr – womit gestreut wird, regeln aber Gemeinde- und Umweltvorschriften. Wien ist am strengsten: Auf Gehsteigen ist Salz überall dort verboten, wo im Umkreis von zehn Metern unversiegelte Flächen liegen – eine Baumscheibe, ein Grünstreifen, der eigene Vorgarten. Stickstoffhaltige Auftaumittel sind generell untersagt. Erlaubt bleibt Salz auf Stiegen und wenn die MA 48 bei Extremglätte das Verbot vorübergehend aufhebt. Graz und Salzburg erlauben Salz ebenfalls nur ausnahmsweise; wer außerhalb wohnt, fragt am Gemeindeamt nach.

Streumittel Eigenschaften Einsatz
Splitt (2–5 mm) wirkt sofort mechanisch, wiederverwendbar, baum- und pfotenfreundlich der Standard für Gehsteig und Einfahrt – im Frühjahr einkehren
Sand billig, feiner als Splitt; wirkt bei Vereisung schwächer leichte Glätte, als Beimischung
Auftausalz taut bis etwa −10 °C; schädigt Bäume, Boden, Beton und Hundepfoten in Wien und vielen Gemeinden nur für Ausnahmen – vorher Regeln prüfen
Salzfreie Granulate tauen ohne Chlorid, teurer Stiegen und Problemstellen, wo kein Salz erlaubt ist

Wer räumen und streuen muss, welche Zeiten gelten und was nach einem Sturz zu tun ist, steht im Ratgeber Schneeräumung und Glatteis .

Streumittel-Rechner: Wie viel Splitt für den Winter?

Gehsteigmaße eintragen – der Rechner schätzt den Splitt-Bedarf für die ganze Saison.

Fläche

30 m²

≈ 40 Streuungen pro Winter

Splitt pro Winter

≈ 120 kg

Faustwert 100 g je m² und Streuung

Einkauf

5 Säcke

à 25 kg aus dem Baumarkt oder Lagerhaus

Dann ist Auftausalz hier in Wien verboten (Winterdienst-Verordnung: kein Salz im 10-m-Umkreis unversiegelter Flächen; 50 bis 700 € Strafe) – und auch in vielen anderen Gemeinden nur für Extremfälle erlaubt. Splitt streuen, und sobald es trocken ist, wieder einkehren: Auch das ist Pflicht.

Richtwerte: Wie oft gestreut werden muss, entscheidet das Wetter – maßgeblich ist, dass bei Glätte zwischen 6 und 22 Uhr gestreut ist. Splitt lässt sich im Frühjahr zusammenkehren und nächsten Winter wiederverwenden.

Schaufel, Schieber oder Fräse?

Gerät Kann Für
Schneeschaufel/-wanne ab wenigen Zentimetern Neuschnee, gratis Krafttraining Gehsteig, kurze Wege – reicht für die meisten Häuser
Schneeschieber breit schiebt statt hebt, rückenschonend lange gerade Flächen, Einfahrten
Akku-Schneefräse (einstufig) bis etwa 20–25 cm lockerer Schnee, leise genug fürs Wohngebiet lange Einfahrten und Vorplätze ab ~50 m² – nicht auf Kies
Benzin-Schneefräse (zweistufig) frisst auch nassen, hohen Schnee; laut, schwer, wartungsintensiv große Grundstücke, Bergland, lange Zufahrten

Einen aktuellen Schneefräsen-Test von Stiftung Warentest oder Konsument gibt es nicht – Portale mit „Testsieger“-Siegeln erfinden diese. Verlassen Sie sich auf Räumbreite, Wurfweite, Schneehöhen-Angabe und Bewertungen.

Schneefräse sicher bedienen

  1. 01 Nie mit der Hand in Schnecke oder Auswurf. Der Griff in die rotierende Einzugsschnecke oder den verstopften Auswurfkanal ist die häufigste Unfallursache – bis hin zur Amputation. Auch bei abgestelltem Motor kann die Schnecke unter Restspannung nachschlagen.
  2. 02 Verstopfung nur mit Werkzeug lösen. Motor aus, Stillstand aller Teile abwarten, dann mit dem mitgelieferten Reinigungswerkzeug oder einem Holzstiel arbeiten – niemals mit Hand oder Fuß.
  3. 03 Fläche vorher abgehen. Fußmatten, Zeitungen, Steine und gefrorene Brocken werden von der Fräse meterweit geschleudert. Auswurf nie auf Straße, Personen oder Autos richten.
  4. 04 Enge Kleidung, feste Schuhe. Schals und weite Jacken können eingezogen werden. Kinder und Haustiere während des Betriebs ins Haus.
  5. 05 Kies und Platten: Gleitkufen einstellen. Auf Kieswegen die Räumplatte höher stellen, sonst wird der Kies zum Geschoß. Abscherbolzen nur durch Originalteile ersetzen.
  6. 06 Ruhezeiten beachten. Für Benzinfräsen gelten die örtlichen Lärmregeln wie beim Laubbläser – an Sonn- und Feiertagen bleibt das Gerät aus; der frühe Zug zur Arbeit rechtfertigt keine 6-Uhr-Fräse neben dem Schlafzimmerfenster der Nachbarn.

Ausrüstung für den Winterdienst

Von der Schaufel im Kofferraum bis zur Akkufräse im selben System wie Kettensäge und Laubbläser:

Streusplitt selbst kaufen Sie am günstigsten im Baumarkt oder Lagerhaus als 25-kg-Sack – online frisst der Versand den Preisvorteil. Eiskratzer und Scheibenfrostschutz fürs Auto stehen im Ratgeber Schneeketten und Winter .

Häufige Fragen zu Schneefräse und Streusalz

Ist Streusalz in Österreich verboten?
Kein bundesweites Verbot, aber strenge Gemeinderegeln: In Wien ist Auftausalz auf Gehsteigen im 10-Meter-Umkreis unversiegelter Flächen – Baumscheiben, Grünstreifen, auch Vorgärten – verboten, stickstoffhaltige Auftaumittel sind generell untersagt; Strafen liegen bei 50 bis 700 Euro. Ausgenommen sind Stiegenanlagen und per Verordnung ausgerufene Extremglätte. Auch Graz und Salzburg erlauben Salz nur in Ausnahmefällen. Standard für Private ist: Schnee mechanisch räumen, dann Splitt.
Wie viel Splitt brauche ich für den Winter?
Als Faustwert rund 100 Gramm je Quadratmeter und Streuung. Für einen 20 Meter langen, 1,5 Meter breiten Gehsteig und einen normalen Winter mit etwa 40 Einsätzen sind das rund 120 Kilogramm – fünf 25-kg-Säcke. Der Rechner oben rechnet Ihre Fläche durch. Eingekehrter Splitt lässt sich nächsten Winter wiederverwenden.
Muss ich den Splitt wieder wegkehren?
Ja. Sobald die Glätte vorbei ist – spätestens in Schönwetterperioden und im Frühjahr – müssen Streumittel wieder vom Gehsteig entfernt werden. Liegen gebliebener Splitt wird selbst zur Rutschgefahr, und in Wien ist die Einkehrpflicht Teil der Winterdienstregeln. Viele Gemeinden sammeln den Splitt im Frühjahr sogar ein oder nehmen ihn am Bauhof zurück.
Wann lohnt sich eine Schneefräse?
Wenn regelmäßig mehr Fläche zu räumen ist, als die Schaufel in einer halben Stunde schafft: lange Zufahrten, große Vorplätze, Schneelagen ab 10, 15 Zentimetern. Für den normalen Gehsteig ist die Schaufel schneller einsatzbereit, billiger und leiser. Dazwischen liegt der breite Schneeschieber. Wer nur zwei-, dreimal im Jahr viel Schnee hat, fragt beim Maschinenring oder Baumaschinenverleih nach einer Leihfräse.
Akku- oder Benzin-Schneefräse?
Einstufige Akkufräsen räumen lockeren Schnee bis etwa 20, 25 Zentimeter und reichen für Einfahrten im Flachland – leiser, wartungsarm, und der Akku passt oft ins vorhandene System. Zweistufige Benzinfräsen mit Radantrieb nehmen auch nasse, verharschte Massen und sind im Bergland erste Wahl, kosten aber vierstellig und brauchen Pflege. Einen aktuellen Test der Stiftung Warentest gibt es übrigens nicht – „Testsieger“-Portale im Netz erfinden ihre Siegel.
Die Fräse ist verstopft – was tun?
Motor abstellen beziehungsweise Akku ziehen, warten, bis wirklich alles steht, und die Verstopfung ausschließlich mit dem Reinigungswerkzeug oder einem Stück Holz lösen. Der Griff mit der Hand in Schnecke oder Auswurfkanal ist die häufigste Schneefräsen-Verletzung – die Schnecke kann auch nach dem Abstellen unter Spannung nachschlagen. Handschuhe schützen davor nicht.
Was hilft gegen Glatteis beim Gehen?
Schuhspikes (Grödel) zum Überziehen: rostfreie Ketten mit Zacken, die über den Winterschuh gespannt werden – auf Eis ein völlig anderes Gehen, in Innenräumen und auf Fliesen aber abnehmen, dort rutschen sie. Daneben gilt: kleine Schritte, Gewicht mittig, Hände aus den Taschen. Wer auf ungestreutem Gehsteig stürzt, hat womöglich Ansprüche gegen den Anrainer – Fotos machen und Zeugen notieren.
Schadet Streusalz dem Hund?
Ja – Salz reizt und ätzt die Pfotenballen, und beim Ablecken nehmen Hunde es auf. Nach dem Winterspaziergang die Pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen, vorher mit Pfotenbalsam oder Vaseline schützen, gestreute Wege meiden. Auch deshalb setzen Wien und viele Gemeinden auf Splitt statt Salz.
Wer haftet bei einer Dachlawine?
Grundsätzlich der Hauseigentümer: Schneewechten und Eiszapfen über Gehsteig und Straße sind jederzeit zu entfernen, Warnstangen sind nur die Überbrückung bis zur Räumung. Wer das verschleppt, zahlt bei Schäden an Personen oder parkenden Autos – Details samt Strafen stehen im Ratgeber Schneeräumung und Glatteis.