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Ratgeber · Österreich · Stand Oktober 2026

Elektriker und Elektroinstallation: Kosten, Notdienst, FI-Schalter und E-Befund

Was ein Elektriker in Wien und den Bundesländern kostet, ab wann eine Rechnung Wucher ist, was zu tun ist, wenn der FI-Schalter fliegt – und was Sie selbst anschließen dürfen. Mit Kosten-Check.

Das Wichtigste in Kürze

  • Elektriker in Wien: Ø 120 € pro Stunde (93–158 €), plus Anfahrt; abends und am Wochenende 50–100 % Zuschlag.
  • Ganze Straße dunkel? Dann ist der Netzbetreiber zuständig – kostenlos, rund um die Uhr.
  • FI fliegt raus: alle Geräte abstecken, einschalten, einzeln wieder anstecken – fällt er ohne Geräte, Elektriker.
  • Bei Neuvermietung einer Hauptmietwohnung: E-Befund und 30-mA-FI sind Pflicht § 7 ETV 2020.
  • Kein ausdrückliches Verbot für Kleinarbeiten – aber Normen, Haftung und Versicherung gelten auch für Heimwerker.

Was ein Elektriker kostet

RegionStundensatzAnfahrt
Wien (AK, Oktober 2025)Facharbeiter 92,57–158 €, Ø 120,27 €; mit Helfer Ø 180,16 €Anfahrt 0–120 € je nach Bezirk
Oberösterreich (AK, Mai 2026)Elektromonteur 65–114,50 €, Servicetechniker 67,20–138 € (ohne USt.)Fahrt 10 km Ø 36 €
Niederösterreich (AK)Facharbeiter 90–120 €je nach Betrieb
Abends, Nacht, Wochenendemeist 50–100 % Zuschlag auf den Stundensatzoft höhere Anfahrtspauschale

Quellen: Arbeiterkammer Wien (Erhebung Juli bis November 2025), AK Oberösterreich (104 Betriebe, Mai 2026), AK Niederösterreich. Für Stundensätze gibt es keine Richtlinien – jeder Betrieb legt sie selbst fest.

Kosten-Check: Was ist fair, ab wann ist es Wucher?

Zeitpunkt, Arbeitszeit und Sätze eintragen – der Check zeigt, was zu erwarten ist und wo die Obergrenze seriöser Betriebe liegt. Verlangten Betrag eintragen, um ihn einzuordnen.

Zu erwarten

€ 200

1 h abgerechnet

Obergrenze seriöser Betriebe

€ 308

mit dem höchsten Satz der AK-Erhebung

Richtwerte nach der AK-Wien-Erhebung „Handwerkerkosten inklusive Notdienste“ (Oktober 2025); außerhalb Wiens meist darunter. Zuschläge für abends sowie Nacht, Wochenende und Feiertag mit 50 bzw. 100 % gerechnet – manche Betriebe verlangen weniger, manche Pauschalen. Ersatzteile und Fehlersuche können den Betrag erhöhen.

Stromausfall: Störungsnummern der Netzbetreiber

Wenn auch Nachbarn oder die Straßenbeleuchtung betroffen sind, liegt die Störung im Netz – dann hilft der Netzbetreiber, nicht der Elektriker. Welcher für Sie zuständig ist, steht auf der Stromrechnung.

NetzbetreiberStörung Strom (24 h)
Wiener Netze (Wien, Teile von NÖ)0800 500 600
Netz Niederösterreich0810 820 120
Netz Oberösterreich05 9000-3030
Linz Netz0732 3409
Energienetze Steiermark0800 800 128
Salzburg Netz0800 660 665

Laut den Websites der Netzbetreiber, Stand Oktober 2026. Gasgeruch: Notruf 128. Mehr zur Vorsorge: Blackout-Vorsorge.

FI-Schalter fliegt raus: so finden Sie den Fehler

  1. 01Alles ausstecken. Alle Geräte an den betroffenen Stromkreisen vom Netz nehmen, auch Kühlschrank und Außensteckdosen.
  2. 02FI wieder einschalten. Bleibt er drin, Geräte einzeln wieder anstecken – das Gerät, bei dem er fällt, ist defekt (häufig: Wasserkocher, Waschmaschine, Heizlüfter, Gartengeräte, nasse Außensteckdose).
  3. 03Fällt er sofort wieder. Auch ohne Geräte: Fehler in der festen Installation, etwa Feuchtigkeit in einer Dose. Nicht mehrmals erzwingen – Elektriker rufen.
  4. 04Sicherung statt FI. Löst nur ein Leitungsschutzschalter aus, ist meist der Stromkreis überlastet oder es gibt einen Kurzschluss: weniger Geräte gleichzeitig, defektes Gerät suchen.
  5. 05Regelmäßig testen. Die Prüftaste am FI etwa halbjährlich drücken – er muss sofort auslösen. Tut er das nicht, Elektriker.

Der FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter, RCD) vergleicht den hin- und zurückfließenden Strom und schaltet in Millisekunden ab, wenn Strom über einen Körper oder eine Feuchtigkeitsbrücke abfließt. 30 mA gelten als Personenschutz. Wo im Freien keine geschützte Steckdose ist, hilft ein FI-Adapter.

E-Befund bei der Vermietung

  • Pflicht: Wer eine Hauptmietwohnung im Anwendungsbereich des MRG neu vermietet, muss eine sichere Elektroanlage nachweisen und das schriftlich dokumentieren § 7 ETV 2020. Auf Verlangen ist der Befund dem Mieter vorzulegen. Vermietete Einfamilienhäuser sind ausgenommen.
  • Mindeststand: keine sicherheitsrelevanten Mängel, Steckdosen-Stromkreise bis 16 A über einen 30-mA-FI. Ein fehlender oder zu schwacher FI ist im Wiener Altbau der häufigste Befund.
  • Kosten: meist 300 bis 900 Euro je nach Wohnungsgröße und Zahl der Stromkreise, Dauer zwei bis vier Stunden; den ersten Befund zahlt der Vermieter.
  • Bestehende Verträge: Im Vollanwendungsbereich des MRG kann die Erhaltungspflicht des Vermieters auch Nachrüstungen umfassen, die öffentlich-rechtlich vorgeschrieben sind – etwa einen fehlenden Schutzleiter § 3 MRG.

Sicherheit im Alltag

Wer Lampen selbst tauscht, prüft die Spannungsfreiheit zweipolig – ein Phasenprüfer-Schraubenzieher zeigt nicht zuverlässig an. Für Gartengeräte an Steckdosen ohne FI gibt es Adapter mit eigenem Fehlerstromschutz.

Häufige Fragen zu Elektriker und Elektroinstallation

Was kostet ein Elektriker in Wien?
Laut AK-Wien-Erhebung vom Oktober 2025 verlangen Elektrobetriebe werktags zu Geschäftszeiten 92,57 bis 158 Euro pro Facharbeiterstunde, im Schnitt 120,27 Euro; kommen Facharbeiter und Helfer, im Schnitt 180 Euro. Dazu kommt die Anfahrt, je nach Bezirk 0 bis 120 Euro. In Ober- und Niederösterreich liegen die Sätze etwas darunter. Abgerechnet wird meist im 15- oder 30-Minuten-Takt.
Was kostet der Elektriker-Notdienst?
Abends, nachts, am Wochenende und an Feiertagen kommen meist 50 bis 100 Prozent Zuschlag auf den Stundensatz, oft auch eine höhere Anfahrtspauschale. Ein einstündiger Einsatz am Samstagabend kann so 250 bis 400 Euro kosten. Fragen Sie am Telefon nach Stundensatz, Zuschlag, Anfahrt und Takt und unterschreiben Sie keinen Blankoauftrag. Der Kosten-Check oben zeigt, was für Ihren Fall zu erwarten ist.
Der Strom ist weg – Elektriker oder Netzbetreiber?
Erst schauen, ob nur Ihre Wohnung betroffen ist: Sind beim Nachbarn und auf der Straße die Lichter an, liegt es an Ihrer Anlage (FI, Sicherung, Gerät) – dann Elektriker. Ist das ganze Haus oder die Straße dunkel, ist der Netzbetreiber zuständig, kostenlos und rund um die Uhr; die Nummer steht auf der Stromrechnung. Der Zähler und die Hausanschlusssicherung gehören dem Netzbetreiber – Plomben nicht öffnen.
Darf ich eine Lampe oder Steckdose selbst anschließen?
Ein ausdrückliches Verbot für Privatpersonen gibt es in Österreich nicht – anders als in Deutschland. Aber: Die über die Elektrotechnikverordnung verbindlichen Normen (OVE E 8101) gelten auch für Heimwerker, und wer zuletzt an der Anlage gearbeitet hat, haftet für Schäden. Bei grob fahrlässiger Eigenleistung kann die Versicherung kürzen. Wer es trotzdem tut: Sicherung aus, zweipolig auf Spannungsfreiheit prüfen, nur gleichwertig ersetzen. Neue Leitungen, Arbeiten im Verteiler und am Zählerkasten gehören in jedem Fall zum befugten Elektrotechniker.
Ist ein FI-Schalter Pflicht?
Bei neuen Anlagen ist er nach den geltenden Normen Standard. Für vermietete Hauptmietwohnungen verlangt die Elektrotechnikverordnung, dass Steckdosen-Stromkreise bis 16 A über einen FI-Schutzschalter mit 30 mA laufen. Ältere Anlagen mit 100-mA-FI oder ganz ohne FI haben Bestandsschutz, sollten aber nachgerüstet werden – ein zusätzlicher FI kostet als Gerät ab rund 50 Euro plus Einbau.
Brauche ich einen E-Befund für die Mietwohnung?
Wer eine Hauptmietwohnung im Anwendungsbereich des MRG neu vermietet, muss seit 2010 nachweisen, dass die Elektroanlage sicher ist und dem Elektrotechnikgesetz entspricht – schriftlich, und auf Verlangen dem Mieter vorzulegen (§ 7 ETV 2020). Den ersten Befund zahlt der Vermieter; für eine Wohnung kostet er meist 300 bis 900 Euro. Für vermietete Einfamilienhäuser gilt diese Pflicht nicht. Eine feste Prüffrist für den Bestand gibt es nicht; empfohlen werden fünf bis zehn Jahre.
Wer zahlt die Elektroreparatur in der Mietwohnung?
Gefährliche Mängel an der fest verlegten Elektroinstallation muss im Vollanwendungsbereich des MRG in der Regel der Vermieter beheben – etwa einen fehlenden Schutzleiter. Kleinigkeiten wie Leuchtmittel, Abdeckungen oder Schäden, die Sie selbst verursacht haben, trägt meist der Mieter. Klären Sie das vor dem Auftrag mit der Hausverwaltung; bei Streit hilft die Mietervereinigung.
Wie finde ich einen seriösen Elektriker?
Elektrotechnik ist ein reglementiertes Gewerbe – ob ein Betrieb die Gewerbeberechtigung hat, zeigt das Gewerbeinformationssystem GISA online. Seriöse Betriebe nennen am Telefon Stundensatz, Anfahrt und Zuschläge und haben eine Adresse in der Nähe. Ein schriftlicher Kostenvoranschlag ist im Zweifel verbindlich (§ 5 KSchG); zahlen müssen Sie dafür nur, wenn vorher darauf hingewiesen wurde.
Was ist im Zählerkasten – und was darf ich dort?
Im Zählerkasten sitzen der Stromzähler (heute meist ein Smart Meter) und die Hauptsicherungen; sie gehören dem Netzbetreiber und sind plombiert. Was Sie bedienen dürfen, sind die Leitungsschutzschalter und der FI-Schalter in Ihrem Wohnungsverteiler. Arbeiten im Zählerkasten, etwa für eine Wallbox oder Photovoltaik, macht nur der Elektrotechniker in Absprache mit dem Netzbetreiber.

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